Heizung und Wärmeerzeugung · Wärme- und Pufferspeicher
Bereitschaftsverlust
Wärmeverlust eines betriebsbereiten, warm gehaltenen Wärmeerzeugers oder Speichers, obwohl momentan keine Nutzwärme an die Anlage abgegeben wird.
Einfach erklärt
Ein Wärmeerzeuger kann Wärme verlieren, obwohl gerade kein Raum beheizt und kein Trinkwasser erwärmt wird. Bleiben Kessel, Speicher, Armaturen oder kurze Leitungsabschnitte warm, geben sie laufend Wärme an den Aufstellraum ab. Diese ungenutzte Wärme wird als Bereitschaftsverlust bezeichnet.
Fachbeschreibung
Bereitschaftsverluste entstehen, wenn ein Wärmeerzeuger, Speicher oder Anlagenteil auf Temperatur gehalten wird, ohne gleichzeitig nutzbare Wärme bereitzustellen. Die Wärme gelangt über Gehäuse, Dämmung, Anschlüsse, Rohrleitungen und gegebenenfalls über den Abgasweg an die Umgebung. Die Höhe hängt unter anderem von der Temperaturdifferenz zur Umgebung, der Oberfläche, der Wärmedämmung, der mittleren Bereitschaftstemperatur und der Dauer des Bereitschaftszustandes ab. Bei Heizkesseln kann der Bereitschaftsverlust als prozentuale technische Kenngröße angegeben werden. Bei Speichern werden häufig Wärmeverluste beziehungsweise Stillstandsverluste innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ausgewiesen. Die Werte sind wegen unterschiedlicher Prüfbedingungen nicht ohne Weiteres direkt miteinander vergleichbar. Ein Bereitschaftsverlust ist nicht dasselbe wie ein Abgasverlust während der Verbrennung. Er entsteht auch dann, wenn der Brenner oder Verdichter ausgeschaltet ist, das Gerät oder der Speicher aber warm bleibt. Moderne Wärmeerzeuger senken Verluste häufig durch gleitende Temperaturen, gute Dämmung, reduzierte Warmhaltezeiten und eine bedarfsgerechte Betriebsweise.
Praxishinweis
Bei ungewöhnlich hohem Energieverbrauch außerhalb der Heizzeiten prüfen, welche Komponenten dauerhaft warm bleiben. Kesseltemperatur, Speicherladung, Zirkulation, Pumpenlaufzeiten und Warmwasser-Komfortfunktionen gemeinsam betrachten. Auch ungedämmte Anschlüsse, Armaturen und kurze Rohrstrecken können spürbare Wärme abgeben. Bei Verbrauchsvergleichen immer den Warmwasserbedarf und die tatsächlichen Bereitschaftszeiten berücksichtigen.
Beispiel
Ein älterer Heizkessel wird ganzjährig auf einer Mindesttemperatur gehalten. Obwohl im Sommer keine Raumheizung benötigt wird, bleibt der Kesselkörper warm und gibt Wärme an den Heizraum ab. Wird die Warmhaltung durch eine passende Regelstrategie reduziert, sinkt die Zeit, in der der Kessel unnötig auf Temperatur gehalten wird.
Montagehinweis
Wärmeerzeuger, Speicher, Armaturen und Rohranschlüsse entsprechend dem vorgesehenen System fachgerecht dämmen. Fühler korrekt positionieren, damit unnötiges Nachheizen durch falsche Temperaturerfassung vermieden wird. Regelungsfunktionen zur Mindesttemperatur oder dauerhaften Warmhaltung nicht ohne Prüfung deaktivieren. Sie können je nach Gerät dem Frost-, Korrosions- oder Betriebsschutz dienen.
Sicherheitshinweis
Warm gehaltene Geräte, Speicher und Rohrleitungen können auch bei ausgeschaltetem Brenner hohe Oberflächentemperaturen besitzen. Vor Arbeiten Abkühlzeit beachten und die Anlage gegen unbeabsichtigten Betrieb sichern.