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Elektro · Schutz und Leitungen

Absicherung und Strombelastbarkeit Betriebsstrom, Leitung und Schutzorgan prüfen

Die zulässige Belastung einer Leitung anhand ihrer Verlegebedingungen korrigieren und mit dem Betriebsstrom sowie dem gewählten Schutzorgan vergleichen.

Iᵦ Betriebsstrom Iₙ Schutzorgan I𝓏 Strombelastbarkeit f Korrekturfaktoren

Interaktiver Rechner

Schutzorgan und korrigierte Strombelastbarkeit prüfen.

Ausgangswert und Korrekturfaktoren werden aus der verwendeten Fachunterlage übernommen und nachvollziehbar dokumentiert.

Bedienung

So benutzt du den Rechner

6 Schritte
1
Betriebsstrom eintragen

Den maßgebenden Betriebsstrom Iᵦ des Stromkreises in Ampere eintragen.

2
Leitung auswählen

Leitungstyp und vorhandenen Leiterquerschnitt festlegen.

3
Verlegung und Iᵣ dokumentieren

Verlegeart und belastete Adern auswählen und den fachlich belegten Referenzwert Iᵣ eintragen.

4
Faktoren übernehmen

Bedingungen dokumentieren und fϑ sowie fH aus der verwendeten Fachunterlage eintragen.

5
Schutzorgan auswählen

Schutzorgan, Charakteristik und Nennstrom Iₙ auswählen.

6
Ergebnis prüfen

„Strombelastbarkeit prüfen“ drücken und Iᵦ ≤ Iₙ ≤ I𝓏 bewerten.

Orientierung Verlegearten einfach erklärt
Schematische Darstellung für die Auswahl im Rechner
A2 Wärmegedämmte Wand

Mehradrige Leitung im Rohr in wärmegedämmter Wand

Gedämmter Wandaufbau mit eingeschlossener Leitung

B1 Aderleitungen in Rohr oder Kanal

Aderleitungen im Installationsrohr

Aderleitungen im Installationskanal

Rohr beziehungsweise Führung im massiven Wandbereich

B2 Mehradrige Leitung in Rohr oder Kanal

Mehradrige Leitung im Installationsrohr

Mehradrige Leitung im Installationskanal

C Direkte Verlegung

Mehradrige Leitung direkt auf der Wand

Einadrige Leitung direkt befestigt

Leitung in beziehungsweise unter Putz

E Frei in Luft

Mehradrige Leitung frei in Luft

Freie Verlegung mit ausreichender Wärmeabgabe

Wichtig: Die Darstellungen dienen der Orientierung. Die tatsächliche Zuordnung richtet sich nach Leitungsart, Aufbau und realer Einbausituation.

01 · Belastung

Betriebsstrom

Iᵦ
Hinweis

Der Betriebsstrom kann aus einer bekannten Verbraucherleistung stammen oder aus Elektro 05 übernommen werden. Für die Strombelastbarkeit ist der tatsächlich anzusetzende Betriebsstrom maßgebend.

02 · Leitung

Leitungstyp und Querschnitt

mm²

03 · Verlegung

Verlegeart und belastete Adern

Iᵣ
Zuordnung wird geprüft

Leitungstyp und Verlegeart werden bei der Berechnung auf eine plausible Kombination geprüft.

04 · Korrekturfaktoren

Bedingungen dokumentieren und Faktoren übernehmen

f
Temperaturfaktor –
Häufungsfaktor –
Gesamtfaktor –

05 · Schutzorgan

Schutzeinrichtung auswählen

Iₙ
Abgrenzung

Ein Fehlerstrom-Schutzschalter schützt nicht automatisch gegen Überlast. Ein gegebenenfalls erforderlicher RCD und dessen Bemessungsstrom müssen zusätzlich betrachtet werden.

Ergebnis

Leitung und Schutzorgan

Prüfung
Gesamtbewertung Noch nicht berechnet Nach der Berechnung wird hier angezeigt, ob Betriebsstrom, Schutzorgan und Leitung zueinander passen.
Betriebsstrom – Iᵦ
≤
Schutzorgan – Iₙ
≤
Strombelastbarkeit – I𝓏

Stromkreis: –

Ausgangs-Strombelastbarkeit – Ampere · Iᵣ
Temperaturfaktor – Umgebung: –
Häufungsfaktor – Anordnung: –
Gesamtfaktor – f = fϑ × fH
Korrigierte Strombelastbarkeit – Ampere · I𝓏
Reserve der Leitung – Auslastung: –
Prüfung 1 Betriebsstrom ≤ Schutzorgan

Iᵦ ≤ Iₙ wird nach der Berechnung geprüft.

Prüfung 2 Schutzorgan ≤ Strombelastbarkeit

Iₙ ≤ I𝓏 wird nach der Berechnung geprüft.

Gesamtbedingung Iᵦ ≤ Iₙ ≤ I𝓏

Die vollständige Kette wird nach der Berechnung bewertet.

Verwendete Berechnung I𝓏 = Iᵣ × fϑ × fH

Nach der Berechnung erscheint hier der nachvollziehbare Rechenweg.

Dokumentierte Fachgrundlage Noch keine Fachgrundlage

Referenzwert, Korrekturfaktoren und konkrete Fachquelle werden nach der Berechnung dokumentiert.

Fachliche Einordnung Eingaben vervollständigen

Nach der Berechnung erscheint hier die Einordnung von Leitung und Schutzorgan.

Unbedingt zusätzlich prüfen

Spannungsfall, Abschaltbedingungen, Kurzschlussfestigkeit, Selektivität, Schutzleiter, Neutralleiterbelastung, Fehlerstromschutz, Anschlussbedingungen, Herstellerangaben und örtliche Besonderheiten sind nicht vollständig Bestandteil dieser Vorausberechnung.

Berechnungsweg und fachliche Einordnung Formel, Prüfschritte und Beispielrechnung anzeigen
1
Referenzwert Iᵣ übernehmen

Aus Verlegeart, Leiterquerschnitt und Anzahl der belasteten Adern wird die Ausgangs-Strombelastbarkeit Iᵣ bestimmt.

2
Temperaturfaktor fϑ bestimmen

Die Umgebungstemperatur verändert die zulässige Strombelastbarkeit der Leitung.

3
Häufungsfaktor fH bestimmen

Mehrere gemeinsam verlegte belastete Stromkreise können die Wärmeabgabe verschlechtern.

4
Korrigierte Strombelastbarkeit berechnen

Der Referenzwert wird mit den Korrekturfaktoren multipliziert.

I𝓏 = Iᵣ × fϑ × fH
5
Schutzbedingung prüfen

Betriebsstrom, Schutzorgan und Leitung müssen in der richtigen Größenordnung zueinander stehen.

Iᵦ ≤ Iₙ ≤ I𝓏
Beispielrechnung Standardwerte des Rechners
B16 · 2,5 mm² Cu · B2
Betriebsstrom 16 A Iᵦ
Leitung 2,5 mm² Cu mehradrig
Verlegeart B2 3 belastete Adern
Umgebung 30 °C fϑ = 1,00
Häufung 1 Stromkreis fH = 1,00
Schutzorgan B16 Iₙ = 16 A
Referenzwert Iᵣ = 20 A
Berechnung I𝓏 = 20 A × 1,00 × 1,00 I𝓏 = 20 A
Prüfung 16 A ≤ 16 A ≤ 20 A
Ergebnis Grundbedingung erfüllt

Der Betriebsstrom wird vom Schutzorgan getragen und der Nennstrom des Schutzorgans überschreitet die korrigierte Strombelastbarkeit der Leitung nicht.

Fachliche Einordnung

Die Strombelastbarkeit ist nur ein Teil der Leitungsdimensionierung. Zusätzlich müssen unter anderem Spannungsfall, Abschaltbedingungen, Kurzschlussfestigkeit, Schutzleiter, Neutralleiterbelastung, Fehlerstromschutz und die tatsächliche Einbausituation geprüft werden.

Leitungswissen

Leitungsarten im Überblick

Nicht jede elektrische Leitung ist für jede Einbausituation gedacht. Die folgenden Karten zeigen typische Leitungsarten, ihren Aufbau und häufige Einsatzbereiche in der Praxis.

NYM

Mantelleitung

PVC-isolierte Installationsleitung mit gemeinsamem Außenmantel

Aufbau
Kupferleiter, Aderisolierung und gemeinsamer PVC-Außenmantel.
Typische Verwendung
Gebäudeinstallation, Licht- und Steckdosenstromkreise sowie feste Geräteanschlüsse.
Verlegung
Feste Verlegung
Einsatzbereich
Vorwiegend Innenbereich; Außenanwendungen nur bei dafür geeigneter Einbausituation.
Praxishinweis

NYM gehört zu den klassischen Leitungen der Gebäudeinstallation. Für die direkte Erdverlegung ist sie nicht vorgesehen.

NYIF

Stegleitung

Flache Installationsleitung für bestimmte Unterputzanwendungen

Aufbau
Parallel angeordnete massive Kupferadern mit Aderisolierung und flacher Stegverbindung.
Typische Verwendung
Unterputzinstallation in dafür geeigneten trockenen Innenbereichen.
Verlegung
Feste Verlegung
Einsatzbereich
Trockene Innenbereiche
Praxishinweis

Stegleitungen besitzen einen deutlich eingeschränkteren Einsatzbereich als Mantelleitungen. Untergrund und Einbausituation müssen dafür geeignet sein.

NYY

Energiekabel

Robustes PVC-isoliertes Energiekabel für feste Verlegung

Aufbau
Kupferleiter, PVC-Aderisolierung und robuster gemeinsamer Außenmantel.
Typische Verwendung
Energieversorgung, Außenanlagen, Unterverteilungen und erdverlegte Leitungsstrecken.
Verlegung
Feste Verlegung
Einsatzbereich
Innen, außen und im Erdreich
Praxishinweis

Bei Erdverlegung bleiben unter anderem Trassenführung, Verlegetiefe und mechanischer Schutz gesondert zu berücksichtigen.

H05V-U

Eindrähtige Aderleitung

PVC-isolierte Einzelader mit massivem Kupferleiter

Aufbau
Massiver Kupferleiter mit PVC-Aderisolierung und ohne gemeinsamen Außenmantel.
Typische Verwendung
Verdrahtung und Installation in Rohren, Kanälen und geschlossenen Installationssystemen.
Verlegung
Fest und geschützt
Einsatzbereich
Geschützte Installationsbereiche
Praxishinweis

H05V-U besitzt keinen gemeinsamen Außenmantel. Die Einzelader benötigt daher eine dafür vorgesehene geschützte Installationsart.

H05V-K

Feindrähtige Aderleitung

PVC-isolierte Einzelader mit flexiblem feindrähtigem Kupferleiter

Aufbau
Feindrähtiger Kupferleiter mit PVC-Aderisolierung und ohne gemeinsamen Außenmantel.
Typische Verwendung
Verdrahtung in Verteilungen, Schaltschränken, Geräten und geschützten Installationssystemen.
Verlegung
Geschützt und flexibel verdrahtbar
Einsatzbereich
Vorwiegend geschützte Innenbereiche
Praxishinweis

Klemmen und Anschlusstechnik müssen für feindrähtige Leiter geeignet sein. Die Vorgaben des jeweiligen Geräte- und Klemmenherstellers sind zu beachten.

H05VV-F

Kunststoffschlauchleitung

Flexible PVC-isolierte Schlauchleitung mit gemeinsamem PVC-Außenmantel

Aufbau
Feindrähtige Kupferleiter mit PVC-Aderisolierung und gemeinsamem PVC-Außenmantel.
Typische Verwendung
Anschlussleitung für Haushaltsgeräte, Leuchten und andere bewegliche elektrische Betriebsmittel.
Verlegung
Bewegliche Anschlussleitung
Einsatzbereich
Vorwiegend Innenbereich bei normalen Beanspruchungen
Praxishinweis

H05VV-F ist flexibel, aber nicht als universeller Ersatz für eine feste Gebäudeinstallation oder für hohe mechanische Beanspruchungen gedacht.

H05RR-F

Leichte Gummischlauchleitung

Flexible Schlauchleitung mit Gummi-Isolierung und Gummiaußenmantel

Aufbau
Feindrähtige Kupferleiter mit elastischer Aderisolierung und gemeinsamem Gummiaußenmantel.
Typische Verwendung
Bewegliche Geräte, Werkzeuge und Anschlussleitungen bei leichter mechanischer Beanspruchung.
Verlegung
Bewegliche Anschlussleitung
Einsatzbereich
Innenbereich sowie geeignete Anwendungen unter geschützten Umgebungsbedingungen
Praxishinweis

H05RR-F ist flexibler und mechanisch robuster als viele einfache PVC-Schlauchleitungen. Für dauerhafte oder besonders harte Außenbedingungen ist die konkrete Leitungseignung zu prüfen.

H07RN-F

Schwere Gummischlauchleitung

Robuste flexible Schlauchleitung für erhöhte mechanische Beanspruchung

Aufbau
Feindrähtige Kupferleiter mit elastischer Isolierung und widerstandsfähigem Gummiaußenmantel.
Typische Verwendung
Baustellen, Werkstätten, Industrie, Außenbereiche und bewegliche Betriebsmittel mit höherer Beanspruchung.
Verlegung
Beweglich und für robuste Anwendungen
Einsatzbereich
Innen und außen
Praxishinweis

H07RN-F ist für deutlich anspruchsvollere Einsatzbedingungen ausgelegt. Chemische, thermische oder besondere mechanische Belastungen müssen trotzdem durch die konkrete Herstellerfreigabe abgedeckt sein.

Wichtig

Die Übersicht zeigt typische Anwendungen und dient der fachlichen Orientierung. Maßgeblich bleiben die konkrete Leitungsbauart, Herstellerangaben, Umgebungsbedingungen, Verlegeart und die für die Anlage geltenden technischen Regeln.

Wichtiger Hinweis

Dieses Werkzeug unterstützt die fachliche Vorauswahl von Leitung und Überstromschutz. Die verwendeten Ausgangswerte und Faktoren müssen zur tatsächlichen Leitung, Verlegeart und Einbausituation passen. Es ersetzt keine Planung, Messung, Prüfung oder Freigabe durch eine Elektrofachkraft.

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